Concert for Ukraine

Winterbach.
Zu einem „Concert for Ukraine“ hatte die Winterbacher Kulturinitiative Rock in die Salierhalle eingeladen. Dass die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg von der ersten bis zur letzten Minute wurde, dafür sorgten gemeinsam die Künstlerinnen und Künstler auf und hinter der Bühne, das Team der Kulturinitiative und das Publikum. Geradezu ein Muss sei der Besuch dieses Konzerts, war sich ein älteres Ehepaar einig, das an einem der Stehtische ein Bier genoss. Schließlich sei an diesem Abend die Creme de la Creme der schwäbischen Rockmusik zusammengekommen. Sie einmal auf einem Haufen zu erleben dürfe man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Ein Ehepaar aus Korb erzählte, dass es eigentlich wegen Dr. Mablues nach Winterbach gekommen sei. »Das ist unsere Musik, das ist unsere Zeit!“ sagten sie.
„Gibt es etwas Besseres, als einen schönen Abend zu erleben und damit zugleich etwas Gutes zu tun?“ Diese rhetorische Frage stellte Kay Morschheuser vor Beginn des Konzerts in den Raum. Morschheuser und sein Helferteam waren dafür verantwortlich, dass der Getränkenachschub nicht abriss. Für ihn bedeutet gemeinsame frei-
willige Arbeit nicht nur gemeinsame Freude, sondern auch große Erfüllung. „Wenn morgen früh gegen sechs Uhr alles wieder abgebaut ist und die Halle wieder sauber dasteht, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie gut dann ein Feierabendbier schmeckt“, meinte er lachend. Und was den Hintergrund dieser Veranstaltung anbelange, er habe die Verhältnisse in Russland und in der Ukraine persönlich kennengelernt. Wenn man sich damit befasse, dann bekomme man den Eindruck, dass wir hier geradezu in einem Paradies leben würden. Dies mache demütig und dankbar zugleich.
Die Künstlerinnen und Künstler des Abends hätten nicht lange gebeten werden müssen, versicherte Klaus Marquardt, der Geiger und Gitarrist von „Wendrsonn“. Zur Kulturinitiative nach Winterbach komme jeder gern, und schließlich diene das Konzert einem guten Zweck, der wohl keinen Menschen unberührt lasse. Zudem habe die Möglichkeit, einmal gemeinsam mit den anderen Bands ein Konzert zu gestalten, begeistert. Es handle sich um eine coole Idee, über die man schon öfter nachgedacht habe. Das Highlight, das „Wendrsonn“ mitgebracht habe: Die Band trete unplugged auf. Besonders gespannt sei er aber auf das gemeinsame lammen zum Abschluss; dies stelle eine Herausforderung für sich dar.
Ein Teil des Erfolgsrezepts der Kulturinitiative besteht zweifellos darin, dass sich die Künstlerinnen und Künstler bei ihr gut aufgehoben wüssten. Das sagte Luise Christmann, Zweite Vorsitzende und für den reibungslosen Küchenbetrieb verantwortlich. Trotz des bisweilen aufkommenden Ansturms kam keine Hektik auf. Versorgt werden müssten aus der Küche heraus nicht nur die Besucherinnen und Besucher, sondern auch die Künstlerinnen und Künstler sowie das ehrenamtliche Helferteam. „Wir sorgen dafür, dass es den Leuten bei uns gutgeht“, betonte Christmann.
Winterbach engagiert sich auf vielfältige Weise für die Menschen, die Opfer des Krieges in der Ukraine geworden sind“, sagte Steffen Claus, der Vorsitzende der Kulturinitiative Rock Winterbach. Und verwies auf CVJM und Feuerwehr. Dass an diesem Abend das „Concert for Ukraine“ stattfinden konnte, sei letztendlich auf ein glückliches Ineinandergreifen mehrerer Umstände zurückzuführen. Es sei nicht die erste Benefizveranstaltung des Vereins. So habe man bereits nach der Tsunamikatastrophe und für behinderte Kinder in Heidelberg derartige Veranstaltungen organisiert.
Mit dem Gedanken, mit einem „Concert for Ukraine“ ein Zeichen zu setzen, habe man sich schon seit einiger Zeit beschäftigt. Man habe die Bands kontaktiert, die man bereits im vergangenen Jahr mit einer Coronahilfsaktion unterstützte. Auf diese Art und Weise sei ein fantastisches Programm zusammengekommen, gerade rechtzeitig in einer Zeit, in der Konzerte auch ohne Maskenpflicht, Abstandsregeln und Hygienekonzept wieder möglich seien.
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-Alle Mitwirkenden verzichteten an diesem Abend auf ihre Gage-
Und nicht nur die Künstler hätten an diesem Abend auf ihre Gage verzichtet, betonte der für die Öffentlichkeitsarbeit der Kulturinitiative zuständige Christoph Goldschmidt. Auch der langjährige Technikpartner PML Veranstaltungstechnik unterstützte die Aktion mit Licht, Ton und Personal ohne Kostenberechnung. Die Firmen Micoda(Kassenverleih) und Waldheim-Werbung verzichteten ebenfalls auf Bezahlung, die Gemeinde stellte die Halle zur Verfügung.
Darüber hinaus sei man den zahlreichen Sponsoren dankbar, die ihren Teil zum Gelingen beigetragen haben. Der gesamte Erlös des Benefizkonzerts aus Kartenverkauf und Gastronomie könne somit der Aktion „SWR-Herzenssache“ zugutekommen. Nachdem man bereits im Vorverkauf 400 Karten absetzen konnte, sei der Erfolg allemal gesichert. Dazu kamen die Karten, die an der Abendkasse verkauft wurden. Schlag 19 Uhr kündigte SWR-Moderator und Redakteur Michael Lehmann mit
„Congamania“ die erste Band des Abends an. Bereits mit dem ersten Stück „People make the world go round“ der „Stylistics“ hatten die fünf auf der Bühne das Publikum für sich gewonnen: Der Funke sprang auf Anhieb über, die Begeisterung hielt bis in den Morgen hinein. Das Line-up des Abends umfasste insgesamt Congamania, Rio Grande Mud, Zam Helga, Tightrope, Wendrsonn, Calo Rapallo, Cassandra & the Boyz und Dr. Mablues & the Detail Horns.
